Bericht über Konzert und Workshop bei der Pune Guitar Society

 

Von Jayant S.

 

Veet J.Ohnemus und Pune: Die wiedererwachten Sinne.

 

In den letzten zwei Wochen wurden wir Zeuge eines unvergleichlichen Aufblühens in der Welt der Klassischen Gitarre in Pune.

 

Veet J.Ohnemus, der auf eine ausgedehnt Karriere mit zahlreichen Konzerten und Aufnahmen blicken kann, besuchte uns, seine Gitarre von Dietmar Heubner im Gepäck. Er verströmt immer eine gewisse Fröhlichkeit und betrachtet das Leben augenscheinlich mit Humor und einer Spur Gleichmut.

 

Das erste Mal habe ich Veet Ende der 90-er Jahre getroffen, und damals ein paar Unterrichtsstunden genommen. Erst jetzt, nach vielen Jahren treffe ich ihn wieder, aber es scheint, als ob er keinen Tag gealtert ist. Veda, Kuldeep und ich diskutierten über Details eines Konzertes mit ihm, das wir vorbereiten konnten und vielleicht sogar die Möglichkeit einer Masterclass mit einem Vortrag. Und natürlich wollten wir auch selbst Unterricht haben.

 

Während dieser zwei Wochen hatten wir die Gelegenheit zu zwei längeren Unterrichtsterminen mit Veet. Sein Ansatz beim Unterrichten geht stark von den grundlegenden Bewegungsabläufen und wie diese die Tonbildung bedingen aus. Aber auch das Verständnis der harmonischen Zusammenhänge nimmt breiten Raum ein. Konzentriert und unnachlässig, nimmt er scheinbar kleinste Details im Spiel wahr, erklärt er deren Bedeutung. Und jedes Mal kam ich hoch motiviert aus dem Unterricht heraus, mit noch mehr Lust zum Spielen.

 

Veet gab ein Konzert, das vom Gyaan Adab Center durchgeführt wurde. Wir waren sehr angenehm überrascht vom zahlreich erschienenen Publikum und von der hohen Konzentration und Aufmerksamkeit, mit der es das Programm mit argentinischer und brasilianischer Musik verfolgte.

 

Gespielt wurde Musik von Cardoso, Piazzolla und Assad: Veet hat einen Hang zu moderner Gitarrenmusik mit all ihrem Klangfarbenreichtum und ihrer dynamischen und kompositorischen Vielfalt . Diese Komplexität versteht er dem Publikum aber durch sein ausdrucksvolles Spiel sehr gut zu vermitteln. Besonders beeindruckt war ich von der Interpretation der sowohl vertrackten, als auch musikalisch sublimen Fantasia Carioca von Sergio Assad. Dieses Stück findet man auch auf seinem Youtube channel.

 

Gegen Ende seines Aufenthaltes schließlich gab Veet einen eintägigen Meisterkurs, der auch zwei Vorträge beinhaltete. Dieser wurden in den neuen Werkstatt-Räumen von Enoch Harold durchgeführt. Er führte die anwesenden Gitarristen durch eine systematische Abhandlung der Zusammenhänge zwischen Körper, dem Instrument und der Musik. Bei der detaillierten Betrachtung wurde erklärt, wie mitunter subtile Modifikationen in Haltung, Handpositition , Kraftaufwand und Richtung unmittelbare Auswirkungen auf den musikalischen Ausdruck haben.

 

Bei einem weiteren Vortrag wurden Harmonien bei Bach analysiert, Glenn Gould Bach Interpretationen unter die Lupe genommen, wie auch die Musik Astor Piazzollas eingehend betrachtet, wie auch deren Transkription für Sologitarre.

 

Ohne es direkt auszusprechen betonte Veet hier immer wieder, wie wichtig die Hörerfahrungen „jenseits des Instrumentes“ für Gitarristen sind, als auch, sich vom einengenden“ Horizont der Gitarre, ihrer Technik und ihres Repertoires immer wieder zu lösen, um so den ganzen Reichtum der Musik in einem so viel größeren, reicheren Kontext erfahren zu können.

 

Als Lehrer strahlte er bei der Arbeit mit jungen Gitarristen Geduld und Konzentration aus und gab eine Fülle guter Ratschläge weiter.

 

Für mich persönlich war diese (Wieder-)Begegnung mit Veet wie eine Bestätigung meines eigenen Bestrebens in der Welt der Musik, die mir neue Möglichkeiten für die Zukunft aufzeigte. Wir hoffen sehr, dass er uns für eine Fortsetzung wieder besucht. Denn er hat diese seltene Kombination von ausdrucksgewandtem Unterrichten und außergewöhnlichen Konzertfähigkeiten. Wir haben zusammen aber auch oft genug Gelegenheit zu schallendem Gelächter und viel Spaß gehabt!

 

Guitar: Dietmar Heubner, 2012
Puristic recording.
Collegium Helveticum, Meridian Saal
Two Schoeps Mk5, Cardioid position
Seventh Circle Audio J99 Preamp
Lake People ADC C440 Analog Digital Converter
Recorded in 24/96
Natural reverb only
No Compression
Just  a -1db eq at 3500Hz to compensate the slight accentuation of the used microphones

Guitar music from South America
Programm zum Konzert mit Veet J. Ohnemus
Flyer6.14.pdf
Adobe Acrobat Document 2.6 MB

Anmerkung:

Die hier verwendeten Musikbeispiele sind lediglich Probenmitschnitte.  

Die Cd zu diesem Programm ist in Vorbereitung.

 

Willkommen zu dieser kleinen Einführung in mein neues Konzertprogramm „Gitarrenmusik aus Argentinien und Brasilien“.

 

 Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit der Musik dieser beiden Länder, die – jedes auf seine eigene Art – ein so aussergewöhnlich reichhaltiges Musikleben haben. Südamerikanische Musik keine keine strikte Trennung zwischen populärer und klassischer Musik. Die Übergänge zwischen ihnen sind fliessend und man nimmt sie nicht als Gegensatzpaar wahr. Viele Stücke der populären Musik erfreuen sich auch nach Generationen weit über ihre Ursprungsländer hinaus unverminderter Beliebtheit  und sind so zu Klassikern geworden.

 

 

Diese Argentinische Milonga von Jorge Cardoso ist ein langsamer Tanz, der sich aus der Habanera herleitet. Später ist daraus der Tango entstanden. Der Tango vermag den ganzen Kosmos menschlicher Gefühle in sich einzuschliessen: Er kann erotisch, machohaft, sentimental, naiv, humorvoll sein, ja sogar "religiös" oder ironisch, und dabei immer voller Passion sein.

 

 

In dieser musikalischen und emotionalen Fülle ist Astor Piazzolla aufgewachsen und hat schon als Kind in Tango- Orchestern gespielt. Der von ihm geschaffene „Nuevo Tango“ benutzt noch eine Anzahl weiterer Stil-Elemente wie den Jazz, die Musik von Debussy, Ravel und Gershwin; ja sogar die Polyphonie Bachs findet sich darin.

Immer auf dem klassischen Tango basierend, transformiert Piazzolla diesen in reine Kunst, in Musik, die die ungeteilte Aufmerksamkeit der Hörer verdient hat.

Selten war ein Komponist des 20. Jahrhunderts über Jahre hinweg so umstritten und wurde aber schliesslich einmütig von Musikexperten wie Liebhabern anerkannt.

In Piazzollas Zyklus “Die vier Jahreszeiten im Hafen von Buenos Aires”  erklingen all diese Elemente in einer packenden 20- minütigen Komposition.

 

Die Brasilianische Musik verfügt gegenüber der Argentinischen über eine weitere musikalische Dimension: Die Rhythmen Afrikanischer Herkunft. Die selben rhythmischen Elemente, die in den USA Blues, Jazz, Pop und Rock mitgeprägt hatten, haben in Brasilien zu einem ganz anderen Feuerwerk von Musikstilen geführt: Eine (unvollständige) Liste wäre:

Samba, Choro, Bossa Nova, Maracatu, Jongo, Frevo, Lundu…

 

 

 

Antonio Carlos Jobim steht ganz oben in der Liste der unvergänglichen Brasilianischen Komponisten. Der harmonische und melodische Reichtum Brasilianischer Musik findet hier seinen vollendeten Ausdruck. Viele seiner Stücke sind zu Klassikern geworden und Jobim steht gleichrangig neben den grossen Komponisten der Musikgeschichte. Wie könnte also nach so einem Gipfel der Perfektion die Entwicklung weitergehen?

 

So wie Piazzolla Europäische Musik und Jazz in seine Musik integriert hat, tat dies auch Egberto Gismonti. Dieser ist nicht nur Komponist, sondern auch ein charismatischer Improvisator, Multi-Instrumentalist und Sänger.

Seine musikalische Ausdruckslala reicht von der wilden Energie Afro-Brasilianischer Tänze bis zu den erhabensten impressionistischen Harmonien. Als einer der wenigen Brasilianer hat er sich intensiv mit der Kultur der Indianer beschäftigt, mit ihnen gelebt und musiziert.

 

Diese Tiefe der musikalischen Erfindung, die alle Kategorien von populär zu klassisch und Jazz transzendiert, kann wohl nur von einem Musiker geschaffen werden, der die Musik mit jeder Faser seines Wesens durchlebt und -leidet.

 

Ich hoffe nun, dass ich ein Wenig meiner Faszination für diese Musik vermitteln konnte.

Mögen sich dem Zuhörer einige musikalische Türen öffnen.

Vielleicht sehen wir uns in einem meiner Konzerte wieder.

 

 

Konzert in Dörzbach/Jagst

 

am 16.11.13, 18 Uhr im Schloss Eyb

 

9. Benefiz-Gitarrenkonzert

 

 

 

Inzwischen schon eine Tradition: Das Gitarrenkonzert mit Veet J. Ohnemus im November im Schloss Eyb/Dörzbach.

 

 

 

Jedes Jahr versuchen wir einen neuen Programmschwerpunkt zu wählen, der neue Solo- und Kammermusik zu Gehör bringt.

 

 

 

Im 9. Jahr widmen wir uns der Musik aus Spanien und Argentinien.

 

Als Sänger konnte der aus Chile stammende Sänger Victor Candia gewonnen werden.

 

 

 

Das Programm besteht zu etwa gleichen Teilen aus Liedern mit Gitarrenbegleitung und Solostücken für Gitarre.

 

 

 

Victor Candia, der nach einem klassischen Gitarrenstudium sich für das Singen interessierte, verfügt über eine grosse wandlungsfähige Stimme und ist ein Musiker, der für das Programm dieses Konzerts eine ungewöhnliche stilistische Kompetenz mitbringt.

 

 

 

Es werden aufgeführt:

 

- Spanische Volkslieder in der Bearbeitungen von Federico Garcia Lorca und Manuel De Falla, Musik für Gitarre von Isaac Albeniz und Enrique Granados.

 

 

 

- Argentinische Musik von Carlos Gardel, Astor Piazzolla und Ariel Ramirez

 

 

 

Wir freuen uns auf das wunderbare Hohenloher Publikum!

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzert in Prag

 

 27.2.2014, 19.30h,  Divadlo Kampa

 

Gitarrenmusik aus Argentinien und Brasilien

 

Link zur website des Veranstalters:


http://www.divadlokampa.cz/program-akci/tickets/1997

 

 Der Einführungstext mit allen Demotracks zum Programm befindet sich weiter unten.

 

Dieses Programm wird dieses Jahr noch öfter in Deutschland aufgeführt werden. Näherers dazu in Kürze.